NA!? LOS!
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"Ganz rechts außen sitzt ja eigentlich nur der Cheftrainer!", bemerkt Sascha Eller (43) verschmitzt beim Fototermin mit NA!? ...
NA!? LOS! 11/06/2019

„Wir haben jetzt einen gewissen Status erreicht!“: Alemannia-Jugend-Coach Sascha Eller im Interview!

Sie können sich sehen lassen, die aktuellen Saison-Ergebnisse der Junior-Mannschaften der Alemannia Aachen: In der Bundesliga sicherten sich die A-Junioren den Klassenerhalt, die U 17 feierte den Aufstieg in die Bundesliga, die U 16 den Aufstieg in die Mittelrheinliga, und in letzter Minute gelang auch den C-Junioren noch der Klassenerhalt in der Regionalliga. "Das alles war nur möglich durch ein unglaubliches Engagement aller Trainer und Spieler", vermeldete dazu Aimen Demai, sportlicher Leiter der Alemannia A-Jugend. Und tatsächlich: Die Erfolgssträhne der schwarz-gelben Junioren ist nicht direkt auf überbordende finanzielle Möglichkeiten zurückzuführen - 2017 wurde das Nachwuchsleistungszentrum geschlossen. Es ist die Unterstützung von Investoren und regionalen Unternehmen wie der NetAachen und es sind viele Persönlichkeiten, die den Spielbetrieb der Alemannia seit Monaten und Jahren mit viel Energie und einer ordentlichen Portion Herzblut vorantreiben. Sascha Eller ist einer von ihnen. Der gebürtige Wormser stieß im Sommer 2018 als Trainer zur Alemannia und pushte in seiner ersten Saison die U17-Mannschaft bis in die Bundesliga. In der kommenden Saison übernimmt er das Team der U19 und folgt Aimen Demai in seiner Position als Koordinator im Bereich U16 bis U19. Wir haben den 43-Jährigen auf dem Tivoli getroffen und ihn nach seinem Erfolgsrezept, seinen Plänen für die Zukunft - und nach der Fußballbegeisterung seiner drei Töchter gefragt.

Der Trainer und seine Mannschaft. Mit der U17 gelang Sascha Eller jetzt der Aufstieg in die Bundesliga.
"Ich verlange sehr viel von den Jungs, das stimmt!"
Die Freude über den Aufstieg ist sichtbar groß!
Der Familienvater beantwortete backstage im Tivoli ganz entspannt unsere Fragen. Vielen Dank!

Na.de: Sascha, du bist hast vor 25 Jahren bereits für die Alemannia Aachen gespielt. Damals auf derselben Position wie der spätere Nationalspieler Torsten Frings. Wie kommt es, dass du nun als Trainer zurückgekehrt bist?

Sascha Eller: Ich habe den Kontakt zur Alemannia nie verloren, auch wenn ich zwischenzeitlich woanders trainiert habe. Irgendwann kam auch noch ein Familienunternehmen dazu und die Leitung eines Fitnessstudios in Aachen - doch meine Leidenschaft ist und bleibt der Fußball. Und ich wusste schon bevor die Trainerstelle frei wurde: Bei der Alemannia Aachen bewegt sich was! Dass ich jetzt Teil dieses großartigen Teams bin, macht mich sehr glücklich.

Na.de: Wenn man sich deine Trainer-Karriere anschaut, bekommt man den Eindruck, du bist eine Art Aufstiegs-Garant. Was ist dein Rezept?

Sascha Eller (lacht): Ich denke, dass ich vor allem die psychologische Komponente des Trainings verstehe - auch durch meine vorherigen Berufserfahrungen. Als Coach bist du ja nicht nur für die sportlichen Leistungen der Spieler verantwortlich. Es geht um den Aufbau eines echten Teams, einer Einheit. Das ist nicht zuletzt auch mentale Arbeit. Wer mit mir trainiert, merkt schnell: Es geht um die Mannschaft, nicht um persönliche Eitelkeiten.

Na.de: Abgesehen davon eilt dir auch der Ruf eines sehr strengen und anspruchsvollen Trainers voraus. Bist du jemand, der mehr pusht, als andere?

Sascha Eller: Ich verlange sehr viel von den Jungs, das stimmt. Mein Ziel für jedes Training ist: Jeder soll mehr aus sich herausholen, als er sich vorher zugetraut hat. Dazu brauche ich nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Entschlossenheit jedes einzelnen Spielers. Ich habe zum Beispiel mit der U17 eine Liste mit Regeln erstellt, die jeder Spieler zu Trainingsbeginn unterschrieben hat. Eine der Regeln: Wir geben immer 100 Prozent!

Na.de: Du arbeitest jetzt als Koordinator im Leistungsbereich U16 bis U19 und übernimmst als Coach die U19-Mannschaft. Was ist das Ziel für die kommende Saison?

Sascha Eller: Wir haben uns jetzt natürlich einen gewissen Status erarbeitet, den wir halten wollen. Für mich geht es vor allem darum, die Teams aufzubauen und auf die Saison vorzubereiten. Die U17 wird sich jetzt erstmal in der Bundesliga etablieren müssen. Der Klassenerhalt ist das oberste Ziel - neben guten Ergebnissen!

Na.de: Was wird in diesem Sommer die größte Herausforderung sein?

Sascha Eller: Die U19-Mannschaft ist vom Alter her deutlich gemischter als die U17. Es sind noch viele jüngere Jahrgänge dabei. Normalerweise sagt man, je mehr ältere Jahrgänge dabei sind, desto einfacher ist es am Ende, sich als Mannschaft durchzusetzen. Ich bin aber der Meinung, dass es auch anders gehen muss. Ich möchte ein Team auf dem Platz sehen, das sowohl sportlich als auch menschlich harmoniert. Spieler, die das eigene Ego für die Mannschaft hintenanstellen. Und das hat nicht zwangsläufig etwas mit dem Alter zu tun. Viele erwachsene Spieler sind da noch keinen Schritt weiter im Kopf.

Na.de: Wie sieht es denn bei dir zuhause aus? Spielen deine drei Töchter auch Fußball?

Sascha Eller (lacht): Nein, Gott sei Dank nicht! Ich bin froh, dass ich da in keinen Interessenskonflikt gerade. Der tut sich für viele Trainer nämlich auf, wenn es darum geht, die eigenen Kinder zu coachen.

Na.de: Sascha, vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg bei den weiteren Vorbereitungen!
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NetAachen und die Alemannia
NetAachen fördert als "Partner der Jugend" die Mannschaften der Alemannia Aachen im Nachwuchsbereich U17 und U19 und freut sich umso mehr über die tollen Saison-Ergebnisse beider Teams!