NA!? LOS!
Sport
NetAachen-Mitarbeiter René im Einsatz - hier an seinem "zweiten Arbeitsplatz"!
NA!? LOS! 07/06/2019

Der vor-vor-letzte Spieltag in der Kreisliga A: Wir begleiten Schiedsrichter René im Einsatz!

Ein langes Wochenende steht uns ins Haus - und es wird fußballerisch ein paar Entscheidungen mit sich bringen. Denn am Pfingstmontag geht es in den Kreisligen A in Aachen und Heinsberg noch einmal um Alles! In der Kreisliga Düren steht der Meister der Saison seit vergangenem Sonntag bereits fest: Der SV Kurdistan Düren gewann bei einem torreichen Spiel mit 8-3 beim SC Jülich 1910/97 - und steht damit als erster Teilnehmer beim Supercup der KREIS CHAMPIONS CHALLENGE 2019 fest! Herzlichen Glückwunsch!

In Heinsberg hält sich der SV Helpenstein trotz eines Unentschiedens beim FC Ra/PO an der Tabellenspitzhe fest. Doch es bleibt spannend: Sparta Gerderath hat nur noch 4 Punkte Rückstand und selbst der Tabellendritte aus Waldenrath/Straeten kann noch aufsteigen!

Kommen wir zum Kreis Aachen: Hier empfiehlt sich weiterhin die SG Stolberg nach einem hitzigen Spiel gegen den SV St. Jöris am 2. Juni - dem bisher heißesten Tag des angebrochenen Sommers. Nach zwei Toren von Christoph Zimmermann (33.) und Dennis Lehmann (48.) machte St. Jöris das Spiel durch Alexander Seferings (63.) noch einmal spannend, doch dann besiegelte Lehmann kurz vor Abpfiff in der 84. Minute die Entscheidung zum 3:1-Endstand. Gegen den TuS Lammersdorf braucht die Mannschaft am Pfingstmontag nur noch einen Punkt, um den Kreismeister fix zu machen.

Der erste Teilnehmer der diesjährigen KREIS CHAMPIONS CHALLENGE steht fest!
Vier Tore fielen beim Spiel in St. Jöris - bei 33 Grad Celsius!
Der Schweiß ist noch frisch - und René sitzt schon am Spielbericht. Auch das ist die Aufgabe eines Schiedsrichters.

Der Unparteiische des Spiels

... war in diesem Fall ein uns sehr vertrautes Gesicht, nämlich René Stoll - unter der Woche Außendiensttechniker bei NetAachen und in seiner Freizeit als Schiedsrichter in der Bezirksliga unterwegs. Wir haben unseren Kollegen bei seinem zweiten Arbeitsplatz, dem Fußballfeld, besucht und ihm ein wenig über die Schulter geguckt. Dabei stellten wir fest: Der Job als Schiedsrichter ist nicht ohne! Wie kommt man eigentlich dazu, an einem Sonntag bei 33 Grad Celsius 90 Minuten lang hinter 22 Männern hinterherzurennen - und sich dabei von mindestens weiteren 22 Menschen am Spielfeldrand anbrüllen zu lassen?

"Ich habe vor fast 9 Jahren immer mal wieder die Spiele unserer Mannschaft (SV Nothberg II) gepfiffen, weil kein Schiedsrichter da war. Als Verein bezahlt man nämlich ein sogenanntes Untersoll, wenn man zu wenig Schiedsrichter stellt.", erzählt uns René. "Mir hat das einfach Spaß gemacht. Also habe ich mich 2010 dazu entschieden, den Anwärterlehrgang zu besuchen und noch im selben Jahr die Prüfung abgelegt."

Seitdem genießt es der gelernte IT-System-Elektroniker, selber Teil des Spiels zu sein: "Ich habe über 20 Jahre lang Fußball gespielt. Ich war aber relativ faul und habe das Training oft schleifen lassen. Deshalb habe ich, nachdem ich 3 Jahre sowohl Spieler als auch Schiedsrichter war, meine Priorität ganz auf das Schiedsrichter-Dasein gelegt. Das Schöne daran ist: Jetzt bin ich in Klassen unterwegs, in die ich als Spieler so nie hingekommen wäre!"

Die Gretchenfrage nach der Unparteilichkeit, beantwortet der Familienvater so:
"Unparteiisch zu sein ist die Voraussetzung für jedes Spiel. Als Schiedsrichter musst du dir Gedanken machen, wenn du mit einem Verein sympathisierst, ob es sinnig ist, diese Spiele zu pfeifen. Damit macht man sich angreifbar. Ich selbst habe zum Beispiel keinen bestimmten Lieblingsverein."

Ob es ein Spiel gibt, an das er sich noch besonders gut erinnern kann?
"Ich habe in der letzten Saison ein Spiel in der Kreisliga A Düren vor ca. 500 Zuschauer gepfiffen - der erstplatzierte Hambacher SV gegen den zweitplatzierten Türkischen SV", erzählt René. "Das war nur ein kleiner Aschenplatz, aber ein enormer Kampf mit vielen Emotionen! Das Spiel endetet 5:3 für den Hambacher SV - aufgestiegen sind aber beide nicht. Das Spiel begann so rasant, dass selbst die Assistenten, die ebenfalls Bezirksliga pfeifen und bis in der Mittelrheinliga als Assistenten mitgehen, überwältigt waren. Da war wirklich alles dabei, was das Fußballherz begehrt!"

Wir begehren an diesem Tag vor allem zwei Dinge: Einen Platz im Schatten und eine eiskalte Cola. Auf die letzten zwei Spieltage in der Kreisliga A!