Na!? Klar!
Kommunikationstechnik
Freuen sich über die Unterzeichnung des „Letters of Intent“, den Oberbürgermeister Marcel Philipp (vordere Reihe, links) im Rathaus unterzeichnete: Andreas Schneider, Geschäftsführer der NetAachen (vordere Reihe, rechts), Dieter Begass; Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft und Europa (obere Reihe rechts) sowie der städtischen Breitbandkoordinator Jens de Vries. Foto: Stadt Aachen/David Rüben
NA!? KLAR! 09/07/2019

Gemeinsam gegen weiße Flecken in Aachen: NetAachen erhält "Letter of Intent" von OB Marcel Philipp!

Nicht erst seit der Diskussion über das sprichwörtlich gewordene "5G an jeder Milchkanne" sprechen wir in Deutschland vermehrt über die sogenannten weißen Flecken auf der Landkarte - ländliche Regionen, in denen viele Menschen kaum eine E-Mail vernünftig laden können, weil sie mit Bandbreiten von nur ein paar Megabits konfrontiert sind. Das sind Geschwindigkeiten, die wohl eher symbolischen Charakter haben und das Leben auf dem Land und in Randgebieten nachhaltig erschweren. Dabei sind die Menschen besonders dort auf eine gute Infrastruktur angewiesen. Als regionaler Ansprechpartner für Internet und Telefonie reden und schreiben wir naturgemäß viel darüber, was bereits alles möglich ist in Aachen und Umgebung. Wir sind stolz darauf, dass Aachen als Wissenschafts- und Technologiestandort mit einer Breitbandversorgung von über 98 Prozent glänzen kann. Wir sind stolz auf die Bandbreiten, die wir als NetAachen den Bürgerinnen und Bürgern anbieten können - nicht zuletzt dank unserem konsequenten, flächendeckenden Breitbandausbau. Gleichzeitig geben wir uns nicht damit zufrieden, dass auch in unserem Einzugsgebiet noch viele Menschen von weißen Flecken betroffenen sind. Und die lassen sich in dem Fall nicht mit einem guten Waschmittel aus der Welt schaffen.

 

Wir sind stolz auf die Bandbreiten, die wir als NetAachen den Bürgerinnen und Bürgern anbieten können - nicht zuletzt dank unserem konsequenten, flächendeckenden Breitbandausbau!
Aachen kann schon bald zu den ersten Großstädten in Deutschland mit 100 Prozent Breitbandversorgung gehören!

"Warum dauert das so lange?"

Manch einer mag versucht sein, sich zu fragen, warum wir nicht einfach mit dem Ausbau beginnen, wenn er doch offensichtlich nötig ist. Doch so einfach ist es leider nicht. Stadtverwaltungen und Internetanbieter sind beim Breitbandausbau auf Fördermittel von Bund und Land angewiesen - und die sind gar nicht so leicht zu bekommen. Oft gehen den Bewilligungen viele Jahre unter enormem bürokratischem Aufwand voraus, wie Jens de Vries, Breitbandkoordinator für die Stadt Aachen, weiß: "Wir haben für die Erschließung der unterversorgten Gebiete bereits einen zwei Jahre andauernden Prozess hinter uns", sagt er. Eine vorläufige Zusage auf Fördermittel erhielt die Stadt Aachen bereits im vergangenen Jahr. Jetzt ist das Vergabeverfahren so gut wie abgeschlossen. Das erklärten am vergangenen Freitag Oberbürgermeister Marcel Philipp, Dieter Begass, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft und Europa und Jens de Vries auf einer Pressekonferenz. Mit dabei: Andreas Schneider, Geschäftsführer der NetAachen GmbH. Denn die ging aus der europaweiten Ausschreibung zur Umsetzung des Ausbaus als Gewinner hervor. Noch in diesem Quartal sollen die Bewilligungen von Bund und Land nicht nur in vorläufiger, sondern in endgültiger Form vorliegen. Dafür konkretisieren Stadt und NetAachen aktuell die Förderanträge.

Was ist ein "Letter of Intent"?
Grundlage der Förderanträge ist ein sogenannter "Letter of Intent", den Marcel Philipp am Freitag unterzeichnete und Andreas Schneider überreichte. Dabei geht es um eine offizielle Absichtserklärung, in der die Stadt sich bereit erklärt, die Fördergelder an NetAachen als Infrastrukturgeber weiterzugeben. Das Ziel: Gemeinsam gegen die letzten weißen Flecken vorzugehen. Sieben Millionen Euro werden dafür in Aachen benötigt. "Es geht um die letzten 1000 Haushalte, die wir bald mit Glasfaser versorgen wollen", erläutert Andreas Schneider. "Dafür werden wir 90 Kilometer Kabel verlegen - alles Glasfasertechnologie. Starten wollen wir in Seffent und Lemiers und uns dabei besonders auf die rund 100 Schulen konzentrieren, die bisher noch gar nicht oder schlecht angebunden sind." Als Zeitraum für das Projekt sind zwei Jahre angesetzt. "Deshalb wollen wir jetzt starten!"

Wir wollen 100 Prozent!
Eine weitere Herausforderung ist neben aufwendigen Förderanträgen auch die Zusammenarbeit mit Hauseigentümern und Mietern. "Ich brauche natürlich die Einverständniserklärung eines Hausbesitzers, bevor ich ein Kabel in sein Haus lege", erklärt Andreas Schneider. Deshalb sprechen Mitarbeiter der NetAachen jetzt gezielt die Menschen an, die in den betroffenen Gebieten wohnen, um sie über die anstehenden Veränderungen und die damit einhergehenden Möglichkeiten zu informieren. Natürlich bleibt dann jedem selbst überlassen, ob er sich an glasfaserschnelles Internet anschließen lassen möchte oder nicht. Schön wäre es - schließlich kann Aachen schon bald zu den ersten Großstädten in Deutschland mit 100 Prozent Breitbandversorgung gehören!