Na!? Bravo!
Kunst, Kultur
Keine besten Freunde: Das quirlige Sams und die Vermieterin Frau Rotkohl.
NA!? BRAVO! 17/05/2019

Zu Besuch beim Mobilen DAS DA Kindertheater: "... das ehrlichste Publikum, das wir kriegen können!"

"Ohne NetAachen gäbe es das mobile Kindertheater sicherlich nicht, denn ohne LKW kommen wir nicht zu den Kitas und Schulen!" (Tom Hirtz)
Kindertheater bedeutet auch: Lärm und Chaos bei der Platzsuche! Die Schauspielerinnen und Schauspieler nehmen´s gelassen.
Da waren´s plötzlich zwei! Die Kinder verfolgen gebannt die Geschichte rund um das Sams, Papa Taschenbier und einem unerwartet auftauchenden Zwilling ...
Tom Hirtz beobachtes das Stück "Ein Sams zu viel" entspannt aus der letzten Reihe.

Wie ermöglicht man eigentlich Kindern den Zugang zu Kultur und Theater, die normalerweise nicht die Möglichkeit haben, Theatervorstellungen zu besuchen - oder zu bezahlen? Man kann schließlich nicht einfach ein komplettes Theater, inklusive Schauspielerinnen und Schauspieler, in einen LKW packen und in Turnhallen oder Aulas wieder aufbauen.

Kann man nicht? Kann man doch!

Das stellt Tom Hirtz, Chef des Aachener DAS DA THEATERS, bereits seit vielen Jahren erfolgreich unter Beweis. Mit dem Mobilen Kindertheater kommen ganz besondere, extra auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Theaterinszenierungen direkt zu ihrem jungen Publikum in Schulen, Kitas und Kindergärten. Wie das funktioniert? Die komplette Bühnenausrüstung, von der Tonanlage über die Lichttechnik bis hin zur Kulisse, wird von Anfang an so konzipiert, dass sie Platz in einem Mercedes-Benz Atego 816 finden kann. Mit dem fährt das Theater dann in die pädagogischen Einrichtungen und erreicht dort auch die Kinder, die sonst keinen Zugang zum Theater haben.

Die Idee des Mobilen Kindertheaters enstand bereits im Jahre 1992. Auch NetAachen ist von Anfang an mit dabei, denn sie übernimmt die Leasingraten des LKWs. Deshalb haben wir das mobile Kindertheater zu einer Aufführung des aktuellen Stücks "Ein Sams zu viel" in die Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule Brühlstraße in Eilendorf begleitet - und waren gleich zweifach beeindruckt: Zum Einen von der Lautstärke, die sich mit Eintreffen der kleinen Theaterfans in der Turnhalle verbreitete und zum Anderen von der absolut ungeteilten Aufmerksamkeit, mit der dieselbigen schließlich die Geschichte rund um das Sams und seinen unerwartet auftauchenen Zwilling verfolgten, sobald die Schauspielerinnen und Schauspieler die Bühne betraten.

Das ist es wohl, was Theater für Kinder von "erwachsenem" Theater unterscheidet: Die Reaktionen sind immer roh, unmittelbar. Kinder sprechen ihre Meinungen und ihre Ideen laut aus, sie filtern nicht. "Kinder sind das ehrlichste Publikum, das wir kriegen können", bestätigt auch Tom Hirtz, den wir abseits der Vorstellung treffen. "Das macht Kindertheater besonders anspruchsvoll. Es gibt viel mehr Interaktion zwischen Bühne und Publikum. Die Herausforderung der Schauspieler ist es, die Kinder immer in der Geschichte zu halten. Das erfordert oft auch ein spontanes Reagieren auf das, was eben kommt."

Auch wenn wir bei NA!? bereits diverse pädagogische Einrichtungen erfolgreich hinter uns lassen konnten, fühlen auch wir uns voll und ganz in der Geschichte gehalten, verfolgen aufmerksam das Geschehen auf der Bühne und spiegeln uns irgendwie wider in den ausgelassenen Zwischenrufen der Kinder. "Das hören wir tatsächlich sehr oft", lacht Tom Hirtz. "Viele Erwachsene fragen uns, ob auch sie bei einer Vorstellung dabei sein dürfen, obwohl sie längst keine Kinder mehr sind. Ich glaube, diese Art von Theater hat einfach eine ganz besondere Wirkung auf jeden Einzelnen, ganz egal welche Altersstufe!"

Das Mobile Kindertheater vom DAS DA THEATER Aachen

In der Spielzeit 2018/2019 zeigt das Mobile Kindertheater für Kinder ab drei Jahren Lieselotte lauert und für Kinder ab sechs Jahren Ein Sams zu viel. Die Vorstellungen können noch bis Juni 2019 von Kitas und Schulen gebucht werden.

Mehr Informationen finden Sie unter www.dasda.de