Na!? Wer?
Menschen
Von der Pike auf gelernter Redakteur und glücklicher Familienvater: Thorsten Pracht, Leiter der Regio-Desks für die Kreise Düren und Heinsberg, Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten. (Foto: Michael Jaspers)
NA!? WER? 06/11/2017

E-Mail an ...: Für den "glücklichen Papa" Thorsten Pracht kann alles so bleiben, wie es aktuell ist.

von Bernd Born

"Et kütt wie et kütt!" Paragraph 2 des "kölsche Jrundjesetz" hat Thorsten Pracht als "Sprichwort mit Bedeutung" auserkoren; vielleicht oder gerade deshalb, so mutmaßen wir mal, weil es auch seinen beruflichen Werdegang entscheidend mitgeprägt hat. Als Journalist, Redakteur und Öffentlichkeitsarbeiter hat unser 1976 in der Gemeinde Aldenhoven (Siersdorf) geborener "Kollege" schon eine Menge erlebt und gemanagt. Louis van Gaal zum Beispiel, den für seine exzentrischen Einlagen vor der schreibenden Zunft bekannten niederländischen Starcoach, den er am 26. Januar 2011 zum vermutlich für lange Zeit letzten Pflichtspiel-Auftritt des FC Bayern München (DFB-Pokal-Viertelfinale: 0:4 - Tore: Gomez, Müller 2, Robben; Zuschauer: 32.200 - ausverkauft) als Gasttrainer auf dem TIVOLI begrüßen durfte.

CLUB:HAUS - das neue Sport-Talk-Format von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten wird von Thorsten Pracht moderiert. Die Premiere (mit Live-Schalte via facebook) fand Anfang Oktober beim SV Breinig statt.

Doch der Reihe nach: Der Sport spielte schon immer eine große Rolle im Leben der Prachts. Wie die jüngere Schwester und der jüngere Bruder spielte Thorsten aktiv Fußball und Tennis. "Heute nur noch Tennis, was auch besser so ist", erklärt der heutige Leiter der Regio-Desks für die Kreise Düren und Heinsberg (Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten) zumindest eine Karriere für frühzeitig beendet.

Mit dem in Baesweiler abgelegten Abitur in der Tasche fiel Thorsten Prachts Wahl zielstrebig auf ein Studium an der Sporthochschule Köln; die Schwerpunkte - logisch: Medien und Kommunikation. Volontariat bei der Aachener Zeitung (2001), Abschluss als Redakteur (2003) - so weit, so gut, bis der spätere Buchautor (Der Tivoli: 100 Jahre legendäre Heimat für Alemannia Aachen, gemeinsam mit Ralf Schröder und Kolja Linden) anno 2005 dem schwarz-gelben Ruf als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit an die Krefelder Straße folgte. Die Reaktionen im Freundeskreis fielen unmissverständlich aus, von "Bist Du wahnsinnig?" bis "Hast Du sie noch alle?" sei alles dabei gewesen. "Entgegen aller Prognosen habe ich es siebeneinhalb Jahre bei der Alemannia 'ausgehalten', um eine UEFA-Cup-Teilnahme, einen Aufstieg, zwei Abstiege, zwei Heimsiege gegen Bayern München, acht Cheftrainer, drei Sportdirektoren und drei Präsidenten (und eben auch Louis van Gaal, Anm. d. Red.) mitzuerleben", so Pracht, der aus freien Stücken und vor der ersten Insolvenz 2012 seinen persönlichen Schlussstrich unter eine ereignisreiche Zeit am Tivoli zog. Mitte 2012 dann der erneute Seitenwechsel - zurück beim Medienhaus Aachen und dort zunehmend multimedial für die Kreise Düren und Heinsberg zuständig; oder aber - wie jüngst - als prädestinierter Moderator des neuen SPORTtalks CLUB:HAUS.

22 Fragen an Thorsten Pracht - und eine Antwort des "glücklichen Papas" hat uns ganz besonders imponiert ...

Worüber können Sie lachen?
Über eine ganze Menge. Mich selbst, lockere Sprüche in der Redaktion ... - und über meine Tochter, wenn sie merkt, dass ich mich ärgere, und dann sagt: "Mannometer, Papa."

Was bedeutet Ihnen Erfolg?
Erfolg im Sinne von Erreichen persönlicher Ziele ist wichtig. Ansonsten darf ich nach den Jahren bei der Alemannia sagen: Nicht zu lange freuen, es geht schnell wieder in die andere Richtung.

Welche historische Persönlichkeit bewundern Sie?
Helmut Schmidt

Wovor haben Sie Angst?
dass sich immer weniger Menschen informieren und sachlich diskutieren, bevor sie sich eine Meinung bilden

In wessen Haut würden Sie gerne mal für 24 Stunden schlüpfen?
in die von Roger Federer - hoffentlich bleibt nach den 24 Stunden was hängen

Was gibt es bei Ihnen zum Frühstück?
Espresso, Müsli mit Obst in allen möglichen Variationen, das gute alte Butterbrot ... - und dann noch einen Espresso!

Was ist Ihnen peinlich?
Fotos aus der Schulzeit mit blondierten Haaren und einige Brillenmodelle, die ich mal getragen habe

Welcher ist Ihr Lieblingsfilm?
Zurück in die Zukunft

Welches Buch liegt zur Zeit auf Ihrem Nachttisch?
Ganz ehrlich: Bauer Bolle und Leo Lausemaus. Dank zweier kleiner Töchter lese ich momentan mehr vor, als selbst zu schmökern. Im Regal steht noch "Eine Billion Dollar" von Andreas Eschbach, eine Empfehlung meines Schwiegervaters.

Was bedeutet Schönheit für Sie?
nicht unbedingt etwas Perfektes; wir wohnen in einem alten Haus, schiefe Wände, krummer Boden - einfach schön

Worauf sind Sie stolz?
natürlich auf meine Kinder - wobei sie mich mehr glücklich machen als stolz

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat

Was können Sie nicht mehr hören?
wenn Politiker in Talkshows bekannte Positionen runterbeten, statt auf konkrete Fragen zu antworten

Was verschieben Sie am liebsten auf den nächsten Tag?
die Steuererklärung; generell die Buchhaltung zuhause

Was bringt Sie in Rage?
wenn ich beim Tennis die fünfte Vorhand verschlage ... - und Leute, die auf Behindertenparkplätzen parken

In welchem Land könnten Sie sich vorstellen zu leben und warum?
Ach, es gibt so viele schöne Orte. Am Lago Maggiore oder im Norden Mallorcas würde ich es schon aushalten. Mich reizt die Kombination aus Bergen und Wasser.

Welches Sprichwort hat für Sie eine Bedeutung?
Et kütt wie et kütt.

Wie könnte der Titel Ihrer eigenen Biographie heißen?
Klar im Kopf

Welchen Beruf wollten Sie als Kind ergreifen?
Ich wollte schon ziemlich früh Journalist werden. Selbst mein Grundschullehrer hat es so kommen sehen. Er hat mal einen meiner Aufsätze im Lehrerzimmer vorgelesen.

Haben Sie einen Lebenstraum?
so glücklich und zufrieden bleiben, wie ich es aktuell bin

Was war Ihr letzter Online-Kauf?
Winterreifen - sind letzte Woche angekommen

Was würden Sie niemals in einem Social Network posten?
Fotos meiner Kinder


Mit "E-Mail an ..." wendet sich NA!? an Menschen aus der Region Aachen, Düren und Heinsberg - von allseits bekannten Persönlichkeiten aus sämtlichen Bereichen der Gesellschaft bis hin zu net(t)en Mitmenschen, die sonst eher nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen, um sie mal von einer ganz anderen Seite vorzustellen.