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Das Domkapitel und die Stadt Aachen haben auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin am heutigen Donnerstag das Jubiläum "40 Jahre Welterbe Aachener Dom" vorgestellt (v.l.n.r.): Matthias Glotz (Geschäftsführer des aachen tourist service e.v.), Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Kulturdezernentin Susanne Schwier und Dompropst Manfred von Holtum.
NA!? WAS? 08/03/2018

40 Jahre UNESCO-Welterbe: Der Aachener Dom leuchtet - Festwoche und 3D-Projektion auf der Fassade.

Am 8. September 1978 bedachte die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) den Hohen Dom zu Aachen als erstes Bauwerk in Deutschland überhaupt mit dem Gütesiegel "Weltkulturerbe". 40 Jahre später, vom 22. bis 30. September 2018 feiern die Aachener diese Auszeichnung mit einer Festwoche, die ihr Wahrzeichen religiös, kulturell, musikalisch und einzigartig präsentieren wird.

Jahr für Jahr Traumkulisse für die "schönste Outdoor-Stabhochsprung-Arena der Welt": Mit einer Festwoche wird der Aachener Dom vom 22. bis 30. September 2018 groß gefeiert - der Anlass: "40 Jahre UNESCO-Welterbe".

Auf der Internationalen Tourismis-Börse (ITB) in Berlin erinnerte Dompropst Manfred von Holtum jetzt daran, dass der Aachener Dom zu den bedeutendsten Gotteshäusern der Christenheit zählt: "Die europäische Kathedrale ist ein beeindruckendes Zeugnis des Glaubens und stellt für die Christen im Bistum Aachen und Pilger aus aller Welt eine wichtige Stätte für die Begegnung mit Gott dar.“ Das Programm der Festwoche veranstalten das Domkapitel und die Stadt Aachen gemeinsam. Die Stadt engagiere sich gerne für das Aachener Münster, betonte Kulturdezernentin Susanne Schwier: "Der Dom ist als erstes deutsches Denkmal vor 40 Jahren auf die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO gehoben worden. Für uns ist das Auszeichnung und Verpflichtung zugleich."

Für Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der deutschen UNESCO-Kommission, ist das Jubiläum ein guter Anlass daran zu erinnern, dass der Aachener Dom nicht nur ein Symbol für ein religiöses Bauwerk ist, sondern auch sinnbildlich für die Wiedererstarkung des westlichen Europas nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs steht. In der Festwoche sieht sie eine große Chance, das Weltkulturerbe Aachener Dom zu schützen und zu bewahren: "Und dies tut die Aachener Bevölkerung schon seit hunderten von Jahren."

Die Jubiläumswoche bietet Menschen aller Altersstufen die Gelegenheit, sich mit dem ersten UNESCO-Welterbe in Deutschland vertraut zu machen. Ein feierlicher Gottesdienst am Sonntag, 23. September 2018, 10 Uhr, eröffnet die Feierlichkeiten. Daran schließt sich der Festakt im Krönungssaal mit Ministerpräsident Armin Laschet an. Exklusiv in der Festwoche öffnet der Dom sonst nicht zugängliche Orte. Die Chorhalle und Kapellen des Doms können besichtigt werden, der Karlsthron wird als bewegendes Erlebnis präsentiert. Angeboten werden Vorträge und Veranstaltungen rund um das Thema Welterbe. Ein Vortrag behandelt das hoch aktuelle Thema "Zerstörung und Schutz von Welterbestätten". Eine Tagesveranstaltung beschäftigt sich mit dem Umgang der vier Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus mit sakralen Welterbestätten. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt: Auf dem Programm stehen Poetry-Slam im Dom und zwei satirische Abende. Wendelin Haverkamp und seine Freunde widmen sich dem Thema "Erben ist Glücksache".

In Kooperation zwischen dem Theater Aachen, den Ensembles der Dommusik, der städtischen Musikschule und Gastensembles ist ein außergewöhnliches Musikprogramm im Dom und an anderen Orten geplant. Der durch Karl den Großen von Aachen aus verbreitete gregorianische Gesang wird samt seiner stilistischen Entwicklung den roten Faden der Jubiläumswoche knüpfen. Dabei soll sich der Blick auch auf das Weltkulturerbe in Krakau und der Partnerstädte Toledo und Reims richten. Für Pilgerinnen und Pilger, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bahn oder Bus zum Aachener Dom anreisen, steht die Patronin des Doms, Maria, im Mittelpunkt. Das Gnadenbild Mariens wird in der Festwoche herausgehoben präsentiert und spirituell gedeutet. Pilgerinnen und Pilger erhalten die Gelegenheit, vom 1. Mai bis 31. Oktober 2018 die ausgeschilderten Pilgerwege zum Aachener Dom zu gehen.

Ein besonderes Highlight in der Festwoche ist die Lichtinstallation "Der Dom leuchtet", ein großes Gemeinschaftswerk von Dom und Stadt. „Es wird ein ganz spezielles Ereignis sein, das sowohl technisch als auch inhaltlich höchste Anforderungen stellt und das für die Zuschauer völlig neue Eindrücke bereithält", blickte Susanne Schwier im Rahmen der ITB Berlin 2018 voraus. Erzählt wird die Geschichte des Doms und seiner besonderen Beziehung zu den Aachenern: "Sie sind es, die immer wieder neu und auf andere Art und Weise dafür Sorge tragen, dass ihr Münster erhalten bleibt, sie haben es geschützt - ob gegen den Teufel, gegen Eroberer, Wetter, Erdbeben, Feuersbrunst oder gegen Kriegswirren. Und das tun sie auch heute - ideell, technisch oder finanziell."

14 Hochleistungsprojektoren stehen stellvertretend für ein Lichtkunstwerk, das maßgeschneidert für das Weltkulturerbe-Denkmal Aachener Dom entworfen wird. Grundlage für das Lichtdesign sind präzise 3D-Vermessungen. Der Dom ist Stein für Stein, Fuge für Fuge gescannt worden. Die 3D-Projektion nutzt nicht einfach nur die Außenhaut des Doms als Präsentationsfläche, sondern spielt mit Form und Proportion. So können Effekte realisiert werden, die ganze Gebäudeteile auf den Zentimeter genau inszenieren, während andere in der Dunkelheit liegen. Der Dom wird "aufgeklappt", die Zuschauer können Blicke hineinwerfen und erleben, wie bildstarke Geschichten von außen nach innen und zurück erzählt werden. Die etwa 15-minütige Präsentation wird an neun aufeinanderfolgenden Abenden während der Festwoche zu sehen sein. Das Ticket kostet 3 Euro (Kinder frei). Eintrittskarten für "Der Dom leuchtet", für die Konzerte und übrigen Veranstaltungen sind ab dem 20. April 2018 in der Dominformation und in der Tourist Info Elisenbrunnen erhältlich. Anlässlich des Welterbe-Jubiläums findet auch die zentrale Veranstaltung zum bundesweiten Welterbetag am 3. Juni in Aachen statt. (red/bb)

Weitere Information unter www.aachenerdom2018.de