NA!? LOS!
Sport
Vor der wichtigsten Phase der Saison "heiß wie Äezezupp": Die SWD powervolleys Düren um Jay Blankenau, Romāns Saušs, Ossi Rumpunen und Michael Andrei (v.l.n.r.).
NA!? LOS! 14/03/2017

Volleyball-Viertelfinale: Black goes Maaseik - "Playoff-Poker und Eäzezupp" bei den powervolleys.

von Bernd Born

Wir haben extra und mit voller Absicht ein kleines bisschen gewartet, um mit folgendem (starken) Statement um die Ecke kommen zu können: Sowohl die Ladies in Black als auch die SWD powervolleys zählen zu den jeweils acht besten Teams in Volleyball-Deutschland!

Neun Siege aus den letzten 12 Spielen (inklusive Pre-Playoffs): Die Ladies in Black müssten eigentlich vor Selbstvertrauen nur so strotzen - jetzt bekommen es das Team mit Titel-Favorit SSC Palmberg Schwerin zu tun.
Black goes Maaseik: Für das Viertelfinal-Playoff-"Heimspiel" in der Provinz Limburg haben die Ladies-Verantwortlichen interessante Ticket-Pakete geschnürt.

Während in Düren die konkreten Vorbereitungen für das heiße Saisonfinish mit dem finalen 3:0-Auswärtserfolg in Bühl (Platz 4 nach der Hauptrunde mit 14 Siegen aus 20 Spielen; 40 Punkte, 44:25 Sätze) bereits vor Wochenfrist kräftig Fahrt aufnehmen konnten, lösten die Ladies das Viertelfinal-Ticket über den alles in allem formgebenden Pre-Playoff-Umweg (3:1, 3:0 gegen den Köpenicker SC Berlin).

Saskia van Hintum hat recht behalten. Schon vor ihrem Amtsantritt im Kaiserstädtchen hatte die einzige Cheftrainerin im deutschen Profi-Volleyball prognostiziert, dass der "neue Aachener Weg" etwas Zeit benötigen würde. Turnaround war zweifelsohne der 3:1-Heimerfolg über den VC Wiesbaden Anfang Januar; danach fuhren die Ladies um ihre neue Leaderin Femke Stoltenborg weitere sechs von insgesamt neun Saisonsiegen ein. Nach 22 Spielen standen somit 29 Punkte bei einem fast ausgeglichenen Satzverhältnis von 41:43 (Platz 8) zu Buche.

Vor dem Viertelfinale gegen Top-Titelkandidat und Hauptrunden-Sieger SSC Palmberg Schwerin (19 Siege aus 22 Spielen, 62:17 Sätze) dreht sich in Aachen alles um den bevorstehenden Umzug ins belgische Maaseik. In der Provinz Limburg findet am Mittwoch, 22. März 2017, das "Heimspiel" der Ladies statt, weil Auflagen der Deutschen Volleyball-Bundesliga eine Austragung im "Hexenkessel" an der Neuköllner Straße unmöglich gemacht haben. "Die Hallenproblematik ist seit Jahren bekannt", so Dieter Ostlender, Leiter Marketing und Sponsoring der Ladies in Black Spielbetriebs GmbH, im Vorfeld einer Pressekonferenz, die am Donnerstag in der "Labyrint-Gastronomie Dreilandenpunt" in Vaals stattfinden wird (NA!? berichtet): "Sofern nicht zeitnah eine konkrete Perspektive für eine entsprechende Spielstätte absehbar ist, wird unserer Stadt der Erstliga-Volleyball verloren gehen."

Zurück zum Sport: Saskia van Hintum, die unlängst ihren Vertrag um zwei weitere Spielzeiten verlängerte und dabei Optimismus versprüht, einen Großteil des jetzigen Kaders halten zu können, ist auf einen Gegner fokussiert, der "schon fast dem Deutschen Nationalteam entspricht" - mit einer starken Angreiferin Louisa Lippmann, einer guten Annahme und einem schnellen Angriffsspiel. Die Marschrichtung für die (hoffentlich) Dreier-Serie gegen den vielfachen Deutschen Meister ist klar: "Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie!"


1. Volleyball-Bundesliga Frauen
Playoff-Viertelfinale (Modus: best of three)

Samstag, 18. März 2017, 19 Uhr, Palmberg Arena:
SSC Palmberg Schwerin (1.) - Ladies in Black Aachen (8.)

Mittwoch, 22. März 2017, 19.30 Uhr, Lotto Dome Maaseik (Belgien), Sportlaan 8:
Ladies in Black Aachen - SSC Palmberg Schwerin

Samstag, 25. März 2017, 19 Uhr, Palmberg Arena:
SSC Palmberg Schwerin - Ladies in Black Aachen
(dieses Spiel entfällt, wenn der Gesamtsieger vorzeitig feststeht)

Die weiteren Viertelfinal-Paarungen:
Allianz MTV Stuttgart (2.) - USC Münster (7.)
Dresdner SC (3.) - Rote Raben Vilsbiburg (6.)
SC Potsdam (4.) - VC Wiesbaden (5.)

Ladies in Black Aachen 2016/2017: 11 Iona Maria Baciu (ROM, Diagonal), 9 Nika Daalderop (NED, Außenangriff), 2 Lindsay Dowd (USA, Zuspiel), 4 Anna Kalinovskaya-Güngör (BLR, Mittelblock), 1 Kirsten Knip (NED, Libera), 6 Frauke Neuhaus (GER, Diagonal), 10 Nicole Oude Littikhuis (NED, Außenangriff), 5 Tessa Polder (NED, Mittelblock), 8 Jeanine Stoeten (NED, Mittelblock), 13 McKenzie Adams (USA, Außenangriff), 12 Femke Stoltenborg (NED, Zuspiel); Trainerin: Saskia van Hintum (NED), Co-Trainer: Erik Reitsma (NED)


"Wir sind heiß wie Eäzezupp!", verspricht derweil powervolleys-Kapitän Jaromir Zachrich im Hinblick auf die jetzt unmittelbar bevorstehenden Viertelfinalspiele gegen die SVG Lüneburg. Das Team ist wild entschlossen, die Vorschlussrunde (dann wahrscheinlich im Modus "best of five") zu erreichen, um dem Dürener Volleyball-Publikum noch einmal einen Großkaliber wie zum Beispiel den Abo-Meister VfB Friedrichshafen präsentieren zu können.

Und dann ist da ja auch noch Trainer-Youngster Tommi Tiilikainen, der im Online-Steckbrief unter "Größter Erfolg" ein "kommt noch" notieren ließ, um als Saisonziel "bereit sein fürs Finale" auszugeben. Der 29-Jährige paart eine für seinen Job unabdingbare Erfolgsbesessenheit mit unerschöpflichem Volleyball-Sachverstand und einem reichen Schatz an taktischen Finessen. Eigenschaften, die auch Gesellschafter Erich Peterhoff und den Sportlichen Leiter Goswin Caro vollauf zu überzeugen wussten - schon frühzeitig wurde der Kontrakt mit dem Finnen bis 2019 verlängert. So etwas nennt man Planungssicherheit im sonst so schnelllebigen Volleyball-Geschäft.

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Akribie, unbedingtem Siegeswillen und positivem Eigensinn Tommi Tiilikainen sein Team auf die wichtigste Phase des Jahres einzuschwören weiß - so bemerkenswert, dass wir uns gar nicht groß mit Worten aufhalten möchten. NA!? hat Mäuschen gespielt und hinter sonst gut verschlossenen ARENA-Toren eher unüblich-deftige Gerüche und eine honorige (Playoff-)Poker-Runde aufgespürt ...


1. Volleyball-Bundesliga Männer
Playoff-Viertelfinale (Modus: best of three)

Sonntag, 19. März 2017, 18 Uhr, ARENA Kreis Düren:
SWD powervolleys Düren (4.) - Spielgemeinschaft Volleyball Gellersen (SVG) Lüneburg (5.)

Mittwoch, 22. März 2017, 20 Uhr, CU Arena Hamburg:
SVG Lüneburg - SWD powervolleys Düren

Mittwoch, 29. März 2017, 19 Uhr, ARENA Kreis Düren:
SWD powervolleys Düren - SVG Lüneburg
(dieses Spiel entfällt, wenn der Gesamtsieger vorzeitig feststeht)

Die weiteren Viertelfinal-Paarungen:
VfB Friedrichshafen (1.) - Sieger Königs Wusterhausen/Rottenburg (8./9.)
Berlin Recycling Volleys (2.) - TV Ingersoll Bühl (7.)
United Volleys Rhein-Main (3.) - TSV Herrsching (6.)

SWD powervolleys Düren 2016/2017: 11 Michael Andrei (D, Mittelblock), 1 Blair Bann (CAN, Libero), 5 Dennis Barthel (D, Außenangriff), 9 Jay Blankenau (CAN, Zuspiel), 3 Tim Broshog (D, Mittelblock), 8 Marvin Prolingheuer (D, Diagonal), 6 Ossi Rumpunen (FIN, Außenangriff), 4 Tomi Rumpunen (FIN, Außenangriff), 7 Romāns Saušs (LAT, Außenangriff), 17 Jani Sippola (FIN, Zuspiel), 2 Rudy Verhoeff (CAN, Diagonal), 14 Jaromir Zachrich (D, Mittelblock); Trainer: Tommi Tiilikainen (FIN), Co-Trainer: Stefan Falter (D)