NA!? LOS!
Sport
Unwiderstehlich: Diagonalangreifer Marvin Prolingheuer (hier nach seinem mit einem Aufschlagsass verwandelten Matchball) trumpfte beim 3:0-Auftaktsieg gegen Meister Berlin Recycling Volleys wie entfesselt auf. (Fotos: Rudi Bartgens)
NA!? LOS! 16/10/2017

SWD powervolleys Düren: Mehr Traumstart geht nicht - 3:0 gegen Berlin mit reichlich Aha-Effekten.

von Bernd Born

Wir gehen mal stark davon aus! Sollten wir Stefan Falter auch nur ein kleines bisschen einzuschätzen wissen, dann wird der Trainer der SWD powervolleys Düren spätestens am heutigen Montag damit beschäftigt sein, das am Samstagabend Geschehene für den weiteren Saisonverlauf in der Volleyball-Bundesliga richtig einzuordnen. Dazu dürfte dann auch der in solchen Fällen vielzitierte Tritt auf die Euphoriebremse gehören - so stark, dass die folgenden, nicht leichter werdenden Aufgaben im Wissen um die eigene Stärke mit einem unabdingbaren Höchstmaß an Konzentration angegangen werden; und doch so dosiert, dass das Team schon in der frühesten Phase der Saison völlig berechtigt eine breite Brust zur Schau tragen darf.

Versetzten 1800 Volleyball-Fans in der ARENA Kreis Düren schon mit dem ersten Heimspiel in Hochstimmung: Die SWD powervolleys Düren um Trainer Stefan Falter.
Dürens neue Nummer 5: Stijn D'Hulst, der Zuspieler erwischte bei seinem ersten (Pflichtspiel-)Auftritt im Dürener Trikot einen absoluten Sahnetag.
Den entscheidenden Glücksmoment eingefroren: powervolleys-Coach Stefan Falter nach dem Matchball.

3:0 (25:21, 25:22, 25:21) gegen den Deutschen Meister aus Berlin - mehr Traumstart geht nicht! Allerspätestens jetzt wissen wir auch, wie die Verantwortlichen um Erich Peterhoff und Goswin Caro getickt haben müssen, als sie nach dem unverhofften Abgang von Tommi Tiilikainen rigoros darauf bestanden haben, dass es dann, ohne Wenn und Aber, Stefan Falter machen müsse. Der Volleyball-Experte par excellence war bis dahin lediglich als über die Maße loyaler und zuarbeitender Co-Trainer in Erscheinung getreten. Dass es auch anders geht, mit klarem Matchplan im Kopf und dennoch das powervolleys-Motto "Emotion pur!" vorlebend, stellte der 52-Jährige höchst eindrucksvoll im Auftaktmatch gegen das vermeintliche Überteam aus der Bundeshauptstadt unter Beweis. Der auf die Tribünen überschwappende Eindruck: Um das innerbetriebliche Klima bei den SWD powervolleys kann es derzeit wohl nicht besser bestellt sein.

Schon im großen NA!?-Video-Interview weit vor Saisonbeginn hatte Stefan Falter einen Neuzugang vorgestellt, dessen technische Fertigkeiten auf der Zuspieler-Position "aus meiner Sicht nicht mehr zu toppen sind". Einer Einschätzung, der man seit Samstag wie selbstverständlich folgen mag: Dieser eher schmächtig wirkende Belgier, dennoch 1,87 Meter groß und vom belgischen Abo-Meister Knack Roeselare gekommen, ist wirklich eine Wucht: Spielwitz pur, immer eine (nicht der Norm entsprechende) Lösung parat und darüber hinaus in der Abwehr stark. Die goldene MVP-Medaille (Most Valuable Player), zugesprochen von Berlin-Coach Luke Reynolds, war die logische Konsequenz: An Stijn D'Hulst, neuer powervolleys-Stratege mit der Nummer 5, werden die Fans garantiert noch viel Freude haben.

Was sonst noch auffiel: Ein Kapitän (Jaromir Zachrich) mit viel mehr Spielzeiten, ein wie losgelöst auftrumpfender Marvin Prolingheuer, die Leader-Qualitäten eines Michael Andrei, ein Libero (Blair Bann) von auch in der Liga nachgewiesenem Weltklasse-Format und mit Dirk Westphal ein Außenangreifer, dessen Erfahrungspotenzial dem Team richtig gut zu Gesicht steht. Nicht zu vergessen Positions-Kollege Romāns Saušs, der nahtlos da weiterzumachen scheint, wo er in der letzten Spielzeit aufgehört hat.

Coach Stefan Falter war vor allen Dingen vom guten Angriffsaufbau positiv überrascht: "Selbst nach nicht so präzisen Annahmesituationen konnten wir über unseren Zuspieler immer wieder Druck auf die Berliner ausüben und ein aggressives Tempo gehen." Und schließlich habe es auch in den "aufopferungsvollen Bereichen" wie Abwehr, Aufschlag und Block mehr als nur gestimmt. Auch Neuzugang Dirk Westphal konnte nach Spielschluss kein Spielelement festmachen, "bei dem wir nicht unser Niveau erreicht haben". Letztendlich habe man aber auch sehr effizient ausgenutzt, dass die BERLIN RECYCLING Volleys noch längst nicht auf ihrem eigentlichen Leistungsniveau angekommen seien.

Zurück zum Anfang: Euphoriebremse, "nicht leichter werdende Aufgaben" (Marvin Prolingheuer) und so ... - Stefan Falter wird die richtigen Hebel zu bedienen wissen. Wir freuen uns einfach nur auf das nächste Heimspiel gegen die United Volleys aus dem Rhein-Main-Gebiet. Liebe Dürener und Volleyball-Fans aus der Region, mal ganz ehrlich: Wenn ihr euch das entgehen lasst, ist euch wirklich nicht mehr zu helfen!

Weitere Informationen zur 1. Volleyball-Bundesliga Männer (Tabelle, Spielplan, Mannschaften etc.) unter www.volleyball-bundesliga.de


Die nächsten Spiele der SWD powervolleys Düren

  • SVG Lüneburg (Samstag, 21. Oktober 2017, 20 Uhr - Gellersenhalle Lüneburg)
  • United Volleys Rhein-Main (Sonntag, 29. Oktober 2017, 14.30 Uhr - ARENA Kreis Düren)
  • HYPO TIROL AlpenVolleys Haching (Sonntag, 5. November 2017, 14.30 Uhr - Universitätssporthalle Innsbruck)
  • BERLIN RECYCLING Volleys (Mittwoch, 8. November 2017, 19.30 Uhr - Max-Schmeling-Halle; DVV-POKAL-ACHTELFINALE)


Der Kader der SWD powervolleys Düren für die Saison 2017/2018: Tim Broshog (D, Mittelblock), Michael Andrei (D, Mittelblock), Jaromir Zachrich (D, Mittelblock), Romāns Saušs (LAT, Außenangriff), Karli Allik (EST, Außenangriff), Dirk Westphal (D, Außenangriff), Július Firkaľ (SVK, Außenangriff), Edvarts Buivids (LAT, Diagonal), Marvin Prolingheuer (D, Diagonal), Blair Bann (CAN, Libero), Gilles Braas (LUX, Zuspiel), Stijn D'Hulst (BEL, Zuspiel); Trainer: Stefan Falter (D), Co-Trainer: Justin Wolff (D), Athletiktrainer: Fons Vranken (BEL), Scout: Kai Niklaus (D)