NA!? LOS!
Sport
Spielt in der neuen Saison für die SWD powervolleys: "Heimkehrer" und Nationalspieler Michael Andrei.
NA!? LOS! 13/04/2016

SWD powervolleys Düren: Michael Andrei kehrt als National- und Führungsspieler an die Rur zurück.

Als "unfertiger Volleyballer" verließ er 2009 Düren, jetzt kehrt er als französischer Pokalsieger und deutscher Nationalspieler an die Rur zurück: Michael Andrei, Mittelblocker und noch in Diensten von Gazélec FC Ajaccio, ist der erste Neuzugang des Bundesligisten SWD powervolleys für die kommende Saison.

40-facher deutscher Nationalspieler: Der in Rumänien geborene Michael Andrei verfügt über das Mittelblocker-Gardemaß von 2,10 Meter.

"Es hat jetzt einfach gepasst", freut sich der 2,10-Meter-Riese, der auf den Spitznamen Mount Mike hört, über den bevorstehenden Wechsel. Da er bei seinem ersten Anlauf  zu wenig Spielanteile im evivo-Trikot erhielt, wählte der in Rumänien geborene Andrei den beschwerlichen Weg über den TSV Giesen/Hildesheim (Meister der 2. Bundesliga Nord - Verzicht auf den Aufstieg) und den Bundesligisten VC Gotha. Im Sommer 2012 dann der Wechsel nach Frankreich, wo er mit Saint-Nazaire Volley-Ball Atlantique in die erste Liga aufstieg und sich in das Notizbuch von Bundestrainer Vital Heynen spielte. Ende 2013 kam der heute 30-Jährige als Spätberufener zu seinen ersten Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft. Bei der WM 2014 in Polen gewann er mit dem Team die Bronzemedaille und im Juni 2015 bei den ersten Europaspielen in Baku die Goldmedaille.

Nach einem Jahr beim belgischen Champions-League-Team Topvolley Antwerpen (2014/2015) ging es zurück nach Frankreich, genauer gesagt auf Korsika: Mit Ajaccio ist Michael Andrei gerade französischer Pokalsieger geworden und hat dabei den Matchball verwandelt.

Viele Jahre lang hat das Timing zwischen Andrei und Düren einfach nicht gestimmt. Zu Beginn, weil der hochtalentierte Spieler nicht ernsthaft genug an sich arbeitete; später dann, als dieser Makel längst abgestellt war, hätte eine mögliche Verpflichtung des zum Top-Profi gereiften Modellathleten schlichtweg sämtliche Dürener Grenzen gesprengt. "Der Kontakt nach Düren ist aber nie abgerissen. Ich habe mir gesagt: Wenn ich zurückkehre, dann nur, wenn ich leistungsmäßig voll auf der Höhe bin. Ich habe große Lust, in Düren was aufzubauen“, so Andrei zum frühzeitig eingetüteten Wechsel in die deutsche Bundesliga.

Das Engagement bei den powervolleys 2016/2017 ist eine Art Heimkehr - zu seiner Verlobten, seiner Familie und seinen Freunden. Und zu dem Verein, in dem das Profi-Leben einst begonnen hat. "Ich habe Düren immer beobachtet. Das ist ein professioneller Klub und ich bin überzeugt davon, dass wir ein gutes Team haben werden." Noch ein Grund hat für die Rurmetropole und gegen mehrere weitere Anfragen gesprochen: Der Dürener Weg, eine Berufsausbildung mit Spitzensport zu verbinden. Andrei will sein Fernstudium zum Personal Trainer vorantreiben. "Dass ich jetzt heimkehre und etwas für die Zeit nach der Karriere mache, ändert aber nichts daran, dass ich mich zu 100 Prozent auf Volleyball konzentriere“, so der 40-fache Nationalspieler, der mit Ajaccio derzeit noch im Rennen um die französische Meisterschaft ist.

In den nächsten Tagen dürften weitere Personalentscheidungen bei den SWD powervolleys fallen. Beispielsweise in der Trainerfrage: Dem Vernehmen nach ist sich der Klub mit einem jungen europäischen Coach bereits einig. Und auch bei einigen Spielern soll nur noch die Unterschrift unter dem Vertragswerk fehlen. (red/bb)