NA!? LOS!
Sport
3. Platz bei der Deutschen Volleyball-Meisterschaft 2014 für die im dritten Halbfinal-Spiel denkbar knapp mit 2:3 am späteren Deutschen Meister Dresdner SC gescheiterten Ladies in Black - die Bronzemedaille ist das i-Tüpfelchen auf eine grandiose Saison und zugleich der bis dato größte Erfolg eines Aachener Damenteams; obere Reihe v.l.n.r.: Scout Kai Niklaus, Elina Salomäki, Jordanne Scott, Ron Ponte, Femke Stoltenborg, Yvon Beliën, Laura Weihenmaier, Sportdirektor Reinhard Strauch und Cheftrainer Marek Rojko; untere Reihe v.l.n.r.: Dominika Valachová, Julia van den Berghen, Aida Rejzovic, Romana Staňková, Karolina Bednarova, Tatiana Crkoňová, Physiotherapeut Frank Tresemer und Co-Trainer Axel Scheidtweiler.
NA!? LOS! 20/05/2014

Ladies in Black: Spielbetriebs Gmbh trifft Vernunftsentscheidung zur Wahrung des Dreijahresplans.

So etwas nennt man wohl Vernunftsentscheidung: Trotz der durch den Gewinn der Bronzemedaille erlangten sportlichen Qualifikation für den CEV Cup (CEV = Confédération Européenne de Volleyball, Modus) verzichten die Ladies in Black in der kommenden Spielzeit 2014/2015 auf einen Start in diesem zweithöchsten Europapokal-Wettbewerb für Vereinsmannschaften.

Ein Ausnahme-Talent für die Ladies 2014/2015: Die erst 18-jährige Außenangreiferin Dora Grozer wechselt vom Zweitligisten TV Gladbeck Giants nach Aachen.

Offizielle Verzichtserklärung der Ladies in Black Spielbetriebs GmbH:
Nach einer unbeschreiblich erfolgreichen Saison standen die Verantwortlichen der Ladies in Black vor der schwierigen Entscheidung, ob die sportliche Qualifikation für die Teilnahme am CEV Cup wahrgenommen werden kann oder nicht. Nachdem man die abgelaufene Saison trotz aller Unkonstanten im Vorfeld (Vereinswechsel, neun neue Spielerinnen, ungewisse Zuschauerakzeptanz ...) wirtschaftlich ausgeglichen und sportlich mehr als erfolgreich beenden konnte, möchte man vom eingeschlagenen Weg des Dreijahresplans nicht abweichen. Eine Teilnahme am CEV Cup erfordert nicht nur einen hohen (bis zu sechsstelligen) finanziellen Aufwand, sondern bedeutet auch auf organisatorischer Ebene eine Mehrbelastung, die mit den heutigen Strukturen nicht getragen werden kann und mindestens eine Saison zu früh kommt.

Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen entschlossen, nächste Saison nicht am CEV Cup teilzunehmen, sondern eine langfristige wirtschaftliche Basis zu schaffen, die die gestiegene Professionalität der letzten Saison weiter untermauern kann.

Zudem wird zur Zeit ein besonderes Augenmerk auf die Lösung der zu niedrigen Hallenhöhe gelegt. Der "Ist-Zustand" in der Neuköllner Straße entspricht weder den nationalen noch den internationalen Vorgaben.

Unterdessen wird nicht nur fleißig an der Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison gearbeitet: Ab dem 15. Juli wird auch die Geschäftsstelle mit Marcel Ortmanns um eine Stelle erweitert. Die Aufgaben des Sportwissenschaftlers werden sich insbesondere auf den Bereich Marketing & Sponsoring beziehen.


Grozer kommt, Weihenmaier geht

Mit der erst 18-jährigen Dora Grozer steht bereits die erste "Neu-Lady" für die kommende Saison fest. Die überaus talentierte Außenangreiferin wechselt vom Zweitligisten TV Gladbeck Giants nach Aachen, um unter Trainer Marek Rojko und zunehmend professionellen Bedingungen "den nächsten Schritt" zu machen.

Dora Grozer stammt aus einer überaus erfolgreichen Volleyball-Familie: Vater Georg gehörte in den 80er und 90er Jahren zu den besten Spielern Europas, war für die ungarische und deutsche Nationalmannschaft aktiv, um später u.a. auch als Trainer des Moerser SC (2006 bis 2008) in Erscheinung zu treten. Bruder Georg junior gilt derweil als "schlaggewaltigster Diagonalangreifer" (Bundestrainer Vital Heynen) des aktuellen Nationalteams. Mit seinem russischen Klub Lokomotiv Belgorod gewann der Olympiateilnehmer von London 2012 unlängst die Champions League. Und auch Mutter Timea war eine gute Volleyballerin.

In Aachen setzt Dora Grozer bei ihrem ersten Schritt ins Profi-Lager auch auf die Unterstützung der Fans: "Das Publikum ist ja mittlerweile deutschlandweit bekannt. Ich freue mich schon jetzt auf unser erstes Heimspiel!"

Fehlen wird dann Laura Weihenmaier. Am Rande des Nationalteam-Lehrgangs in Heidelberg wurde bekannt, dass die 23-jährige Außenangreiferin, die sich mit fantastischen Auftritten im Ladies-Trikot für die DVV-Auswahl von Trainer Giovanni Guidetti empfehlen konnte, nicht nach Aachen zurückkehren wird. Die U20-Weltmeisterin von 2009 hat lukrative Angebote aus Frankreich und Spanien vorliegen - denkbar ist aber auch ein Wechsel innerhalb der deutschen Bundesliga. (red/bb)