NA!? LOS!
Sport
"Er passt so etwas von gut auf diesen Platz mit seinem Vermögen und seinem großen Galoppsprung!" (Henrik von Eckermann über sein "Leihpferd" Castello). Zusammen siegten beide am Mittwoch beim Turkish-Airlines-Preis von Europa. (Foto: CHIO Aachen/Michael Strauch)
NA!? LOS! 19/07/2018

CHIO + Video: Schwede Henrik von Eckermann gewinnt auf "Leihpferd" den Turkish-Airlines-Preis.

Mehrfach schon hatte der Schwede Henrik von Eckermann sich in Aachen gut platzieren können. Aber noch nie hat es für einen Sieg in einer der Hauptprüfungen gereicht. Beim Turkish Airlines-Preis von Europa am Mittwoch war es dann so weit - und das auf einem Pferd, das er sich eigens für "das Turnier der Turniere" (Eckermann) ausgeliehen hat.

Die Rechnung von Parcourschef Frank Rothenberger war voll aufgegangen - zehn bis zwölf Paare hatte er sich für das Stechen um den Turkis- Airlines-Preis von Europa gewünscht. Elf Reiter blieben fehlerfrei im Normalparcours. Mit dabei: Henrik von Eckermann auf Castello, einem erst zehnjährigen Westfalen v. Cristallo.

Für die beiden ist Aachen erst das dritte gemeinsame Turnier. Sie kennen sich allerdings schon eine ganze Weile länger - der Schimmel gehört der schwedischen Familie Tovek, deren Tochter Evelina seit gut einem Jahr von Henrik von Eckermann trainiert wird. Als Henrik von Eckermann Castello das erste Mal international ritt, qualifizierte er sich mit dem Sieg im Großen Preis beim CSIO5* von Sopot, Polen, auf Anhieb für den Rolex Grand Prix von Aachen. Er wusste: Wenn er hier beim CHIO eine Chance haben will, dann mit Castello. Also fragte er die Familie Tovek, ob sie ihm das Supertalent noch einmal leihen würden. Und nun ist er hier. Und hat den ersten großen Sieg in der Tasche. Für ihn keine Überraschung: "Er passt so etwas von gut auf diesen Platz mit seinem Vermögen und seinem großen Galoppsprung!" Das war es auch, was ihm am Mittwoch im Stechen half: "Ich kann Wendungen sehr eng reiten und weiß, mein Pferd könnte auch noch aus dem Stand einen großen Oxer springen." So stoppte die Uhr für die beiden bei 47,30 Sekunden.

Zu schnell für die Weltcup-Sieger des Jahres 2017, McLain Ward (USA) und HH Azur, die Thunder van de Zuuthoeve-Tochter, die ihren Reiter auch schon zu Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro getragen hatte. Sie verfügt über dieselben Fähigkeiten wie Castello, musste sich aber um 0,26 Sekunden geschlagen geben - Platz zwei.

Dritter wurde ein sehr glücklicher Marcus Ehning auf seinem "Herzenspferd", wie er den 13-jährigen westfälischen Hengst Funky Fred nennt. Mit der Mutter des bunten Fuchses, der Stute Panama, war Marcus Ehning sein erstes CHIO geritten. Ein paar Jahre später startete er hier mit For Pleasure, dem Vater von Funky Fred. Und nun feiert der selbst gezogene Sohn hier Erfolge, diesmal Rang drei im Turkish-Airlines-Preis von Europa. Was für Ehning wichtig war: "Zwei Nullrunden geben einem ein sicheres Gefühl für die kommenden Tage."

Zwei Stürze gab es im Stechen. Der US-Reiterin Laura Kraut mit Confu war nichts passiert. Der Brasilianer Yuri Mansur und der Hannoveraner Hengst Vitiki kamen am DHL-Oxer zu Fall. Der Hengst hat sich eine Verletzung des Fesselbeines zugezogen und wurde für die weitere Behandlung in eine Spezialklinik gebracht. (red)