NA!? LOS!
Sport
Sieger beim Großen Preis von Nordrhein-Westfalen am Freitag: Der Weltranglistenerste Kent Farrington auf Uceko v. Celano. (Foto: Rolex Grand Prix of Show Jumping/Kit Houghton)
NA!? LOS! 22/07/2017

CHIO: Die Starterliste für Sonntag - Grandseigneur des Springreitsports wieder im Grand-Prix-Sattel.

von Rolex Grand Prix of Showjumping, CHIO Aachen und Bernd Born

Der US-Amerikaner Kent Farrington ist die Nummer eins der Weltrangliste der Springreiter und bekannt für schnelle Stechen. Warum, hat er beim CHIO Aachen im Preis von Nordrhein-Westfalen am Freitag eindrucksvoll demonstriert.

Am Sonntag beim "Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen" wieder im Grand-Prix-Sattel: Ludger Beerbaum, dreifacher Aachen-Champion und Grandseigneur des Springreitsports. (Foto: Bernd Born)

Wo andere zaudern, gibt Kent Farrington noch einmal Gas. Und mit dem 16-jährigen KWPN-Wallach Uceko v. Celano hat er ein Pferd unter dem Sattel, dem diese Taktik liegt. "Er hat einen großen Galoppsprung und kann jedes Hindernis aus vollem Tempo nehmen", beschreibt Farrington die Vorzüge seines Schimmels: "Grasplätze liegenr ihm!“ Und so sicherte sich dieser eigentlich eher kleine und unauffällige Wallach im Preis von Nordrhein-Westfalen seinen ersten großen Sieg in Aachen. 46,65 Sekunden benötigten die beiden für den zweiten Umlauf. Wenn es nach Farrington geht, erst der Anfang - als er anschließend zur Pressekonferenz erschien, bat er Turnierleiter Frank Kemperman, seinen Namen doch gleich auf dem Podium stehen zu lassen für alles, was da noch kommen könnte ...

Platz zwei im Parcours-Highlight des CHIO-Freitags war für Christian Ahlmann "reserviert", der somit seinen bescheidenen Start ins Turnier geraderücken konnte. Am Mittwoch waren er und sein 17-jähriges Erfolgspferd Taloubet Z nämlich - wie einige andere Kollegen auch - Opfer des Unwetters geworden. Taloubet war so geschockt, dass er zweimal verweigerte. Eigentlich völlig untypisch für diesen Galoubet A-Sohn, mit dem Ahlmann bereits so ziemlich alles gewonnen hat! "Das war so schade! Er ist super in Form. Und ich hatte mich auf dieses Wochenende so gefreut!" Zu Recht, wie er dann ja am Freitag mit einer fehlerfreien 47,14 Sekunden-Runde zeigen konnte. Gerade mal sechs Hundertstelsekunden langsamer und damit Dritte war bei ihrem Soers-Debüt die Deutsche Meisterin Simone Blum mit ihrem Spitzenpferd, der zehnjährigen Fuchsstute und Askari-Tochter DSP Alice.

Die Turnierwoche des CHIO Aachen 2017 neigt sich allmählich dem Ende zu und nun steht fest, welche 40 Reiter im Finale am Sonntagnachmittag, dem "Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen", an den Start gehen dürfen. Eine große Überraschung vorweg: Der aktuelle Grand-Slam-Herausforderer Pedro Veniss wird nicht mit von der Partie sein, wie sich am Freitag in der dritten und letzten Final-Qualifikation, dem Preis von Nordrhein-Westfalen, herausstellte: "Im Parcours habe ich gemerkt, dass sich mein Pferd Quabri de l'Isle nicht gut anfühlte. Er war nicht in seiner üblichen Form, also habe ich nach den ersten Sprüngen aufgegeben", so ein sichtlich enttäuschter Pedro Veniss, der in der Prüfung eine Top-Platzierung hätte erreichen müssen, um sich noch einen Startplatz für das Majorfinale zu sichern. "Es war mein großer Traum, im Rolex Grand Prix am Sonntag zu starten, aber das Wohl von Quabri geht vor.“

Auch wenn das Glück in Aachen nicht auf der Seite von Pedro Veniss war, sein persönlicher Rolex Grand Slam ist noch nicht vorbei. Denn im September beim Spruce Meadows 'Masters' 2017 hat der Brasilianer noch die Chance auf den zweiten Majorsieg innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus. Ein Bonus, um den am Sonntag der Brite Scott Brash reiten wird. Denn der Sieger des Spruce Meadows 'Masters' 2016 ist einer der 40 Reiter auf der Starterliste des Rolex Grand Prix.

Antreten wird Scott Brash gegen die stärkste Konkurrenz, die der internationale Springsport derzeit zu bieten hat, allen voran der aktuelle Anführer der Weltrangliste, Kent Farrington aus den USA. Seine Teamkollegen Beezie Madden, McLain Ward, Lauren Hough und Laura Kraut sind ebenfalls dabei. Darüber hinaus beinhaltet die Starterliste für den Rolex Grand Prix die Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz, Eric Lamaze aus Kanada sowie Kevin Staut und Roger-Yves Bost aus Frankreich. Der Ire Bertram Allen, der Italiener Lorenzo de Luca, der Spanier Sergio Alvarez Moya, der Schwede Henrik von Eckermann und der Niederländer Harrie Smolders haben sich auch ein Finalticket gesichert. Genauso wie der jüngste Majorsieger aller Zeiten, Olivier Philippaerts aus Belgien, dem 2012 im Alter von 19 Jahren der Grand-Prix-Sieg beim Spruce Meadows 'Masters' gelang, und seine Landsmänner Gregory Wathelet und Pieter Devos, dem Majorsieger von Calgary 2013. Aus dem Gastgeberland sind zwölf Reiter vertreten, darunter Vorjahressieger Philipp Weishaupt, der dreifache Aachen-Champion und Grandseigneur des Pferdespringsports Ludger Beerbaum, die Siegerin von 2005 Meredith Michaels-Beerbaum sowie die Youngster Laura Klaphake und Maurice Tebbel.

Die besten Reiter der Welt werden am Sonntag ab 13:15 Uhr im "Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen" gegeneinander antreten. Einer von ihnen wird den berühmtesten Turnierplatz der Welt als neuer Majorsieger verlassen. Der Rolex Grand Slam of Show Jumping geht in eine neue Runde!