Na!? Klar!
Kommunikationstechnik
20 Jahre Telekommunikation in Aachen: Nach dem heutigen (Serien-)Start werden wir bis zum 13. März 2019 (10 Jahre NetAachen GmbH) kurz und knapp neun weitere "Hotspots" der Entwicklung des hiesigen Tekommunikationsstandards ausleuchten.
NA!? KLAR! 19/02/2018

Jubiläumsserie: Auftakt mit "accom-Wegbereiter" Johannes Bartz - Zehn lose Folgen bis zum 13. März 2019.

von Bernd Born

Manchmal ist es gar nicht so einfach, ein Jubiläum dingfest zu machen. Wir wissen, wovon wir sprechen, schließlich waren wir nicht immer unter der im Stadtbild verankerten NetAachen-Flagge unterwegs, sondern haben schon zu guten alten accom-Vorgängerzeiten den Telekommunikationsmarkt in und um Aachen sukzessive revolutioniert. Das ist jetzt ziemlich genau 20 Jahre her; ziemlich genau daher, weil wir das ausgemachte markante Datum auf Einladung unserer Chefs Andreas Schneider und Johannes Bartz, beides sozusagen Männer der ersten Stunde, schon mal still und leise vorgefeiert haben. Kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember 2017, hatte das Geschäftsleitungs-Duo der gesamten Belegschaft einen Termin eingestellt, um bei kleinen Häppchen und Kuchen zumindest mal "auf ein gutes Stück Wegstrecke" anzustoßen.

Johannes Bartz, heutiger Kaufmännischer Leiter und Prokurist der NetAachen GmbH, war einer der Protagonisten, als vor ziemlich genau 20 Jahren die accom GmbH & Co. KG gegründet wurde. Als entscheidender Impuls diente seinerzeit die Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes zum 1. Januar 1998.

Womit wir mitten im Thema wären, denn mit dem *19. Dezember 1997 (Gesellschaftsvertrag accom, Gesellschaft für Telekommunikationsnetze und -dienstleistungen mbH & Co. KG; STAWAG, Sparkasse Aachen, Kreissparkasse Düren, Kreissparkasse Heinsberg) beginnt auch eine "Checkliste", die wir als groben Leitfaden für das in die Hand gedrückt bekommen haben, was hier und jetzt beginnt: In zehn losen Folgen wird die NA!?-Redaktion fortan "20 Jahre Telekommunikation in Aachen (und der Region)" Revue passieren lassen, um die komplette Geschichte exakt am 13. März 2019 erzählt zu haben. Man ahnt es schon? Justament an diesem "Feiertag" kann dann auch die NetAachen auf ein komplettes, vom stetigen technischen Fortschritt gekennzeichnetes Jahrzehnt verweisen.

Das Ganze umso schöner macht, dass wir nicht irgendwelche Aktenordner entstauben müssen, um die Eckpunkte der Entwicklung des hiesigen Tekommunikationsstandards aufzuspüren - wir können echte Zeitzeugen befragen, die links und rechts unserer Redaktionstür sitzen. "Mehr Anpack" geht kaum.

Unser prädestinierter Ansprechpartner für Folge 1: Johannes Bartz (Dienstantritt am *1. Januar 1998 bei der accom), Wegbereiter einer, soviel lässt sich heute schon sagen, Erfolgsstory, die er aktuell in entscheidender Funktion als Kaufmännischer Leiter und Prokurist der NetAachen GmbH mit fortschreibt. Der 57-Jährige erinnert sich an seine ersten Schritte in der Telekommunikationsbranche, "ein Geschäftsfeld, was keiner so recht kannte". Sein Auftrag innerhalb des Beteiligungsreferates der Sparkasse (später für drei Monate zur STAWAG abkommandiert):  Die Business-Case-Erstellung beziehungsweise die Untersuchung eines bestimmten Geschäftsszenarios hinsichtlich dessen Rentabilität einer Investitionsmöglichkeit. Bartz' Planungen, unter anderem gemeinsam mit Bernhard Barz aus dem Hause STAWAG und externen Fachberatern, bildeten die Grundlage für die Entwicklung des Unternehmens. Das Drehbuch für den Aufbau, weil der hauptsächlich Ausgeguckte "schon immer gut mit Zahlen umgehen konnte".

"Die Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes zum 1. Januar 1998 hat dazu geführt, dass seinerzeit eine ganze Reihe neuer Unternehmen begonnen hat, große Summen in diesen Zukunftsmarkt zu investieren", weiß Bartz exakt den Stein zu fixieren, der die ganze Entwicklung ins Rollen gebracht hat: "Schließlich sollte die Idee eines City-Carriers auf allen Ebenen reifen - Politik, STAWAG und Sparkasse waren entscheidend involviert." Durch bereits erfolgte Deregulierungen standen für ein eigenes Telekommunikationsunternehmen schon eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung, wie man Kunden mit TK-Dienstleistungen bedienen könnte. Mit Beginn des Jahres 1998 und der vollständigen Freigabe der Sprachkommunikation fiel dann auch noch das letzte Monopol der Deutschen Telekom. "Schließlich haben auch wir die Überzeugung gewonnen, dass wir dem Kunden in diesem Wettbewerb verbesserte Leistungen, neue technische Möglichkeiten in größerer Vielfalt und bessere Unterstützung in allen Belangen der Telekommunikation bieten können - und das zu günstigeren Preisen und niedrigeren Gebühren als zum Beispiel zum damaligen Tarif von 49 Pfennigen pro Telefon-Minute", so Bartz, der wie selbstverständlich auch den heute noch greifenden Standortvorteil nicht unerwähnt lässt: "Wir sind für die Menschen vor Ort greifbar!"

Sämtliche konstituierende Anstrengungen mündeten schließlich am *14. März 1997 in die Gründung der accom GmbH als Projektgesellschaft zur Vorbereitung der Gründung. "Für die immer tiefgründiger werdenden Gespräche und eine unabdingbare Verbindlichkeit war dieser Schritt unumgänglich", muss Johannes Bartz spätestens zu diesem Zeitpunkt klar geworden sein, dass sein persönlicher Werdegang eine vorher kaum geahnte, völlig neue Richtung einschlagen würde.

Die accom ist da! (accelerate communication; to accelerate - beschleunigen), rauschte es damals durch den regionalen Blätterwald - und weiter: "Die Gesellschaft wird sich in Zukunft um den Aufbau einer Telekommunikationsinfrastruktur für die Stadt und die Region Aachen kümmern. Mit dieser Infrastruktur wird die Wirtschaftsregion mit neuen Möglichkeiten der Telekommunikation einen Standortvorteil im Wettbewerb der Regionen gewinnen. Die Hauptaufgabe der accom ist das Planen, Errichten, Betreiben und Vermarkten von Telekommunikationsnetzen und -anlagen sowie die Versorgung der Bevölkerung mit Dienstleistungen. Gerade in diesem neuen, sich schnell verändernden Markt wird die accom ganzheitliche Komplettlösungen anbieten. Das Unternehmen wird dabei nicht am Subventionstopf der Gesellschafter hängen (zum Aufbau wurden 30 Millionen DM zur Verfügung gestellt, Anm. d. Red.), sondern sich nach einer Anlaufphase von wenigen Jahren aus eigenen Erträgen tragen und einen Gewinn ausweisen."

Aufgenommen wurde die Arbeit seinerzeit mit Telekommunikationsdienstleistungen für Geschäftskunden (Festverbindungen zur Sprach- und Datenübertragung, Corporate Network); als Pilotprojekt diente die Errichtung und der Betrieb des Kommunikationsnetzwerks für die Sparkassen. "Im Rahmen einer Studie hatte sich gezeigt, dass besonders die Dienstleistungen für die mittelständischen Unternehmen der Region auf Dauer eine wirtschaftliche Betätigung erlaubten", erklärt uns Johannes Bartz mit nunmehr 20-jährigem Abstand: "Für die Anbindung von Privathaushalten konnten wir anfangs aufgrund der großen Kosten der Hausanschlüsse und der im Durchschnitt geringen Zahl von Gesprächsminuten keine Wirtschaftlichkeit innerhalb eines überschaubaren Zeitraums prognostizieren." Erleichtert wurde der Start dadurch, dass die STAWAG für ihre Fernwirktechnik bereits über ein Netz von Kommunikationsleitungen und Leerrohren verfügte. Eine eigenständige Firma zur Vermarktung dieser STAWAG-Ressourcen war allein aufgrund des TK-Gesetzes vonnöten: Die Telekommunikation musste das alleinige Geschäftsfeld eines Unternehmens sein.

"Rückblickend darf ich sagen, dass wir alles richtig gemacht haben, auch wenn einige anvisierte Ziele, beispielsweise die Abbildung eines euregionalen Tarifs, schon aus steuerlichen Gründen nicht umzusetzen waren", so Johannes Bartz abschließend: "Für mich persönlich war die als mutig einzustufende Gründungsentscheidung sicherlich mit viel Risiken behaftet, letztendlich hat sie mir aber das Sprungbrett zum kaufmännischen Prokuristen geebnet."

20 Jahre regionale Telekommunikation. "Ich bin mir nicht sicher, ob uns die damaligen Verantwortungsträger, unsere Gründungsgesellschafter, diese zwei Jahrzehnte wirklich zugetraut haben", so NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider heute - und Johannes Bartz, Prokurist und Kaufmännischer Leiter, ergänzt: "Dass wir uns so lange behauptet haben und auch aktuell 'der' regionale Netzbetreiber sind, der den Wirtschaftsraum Aachen-Düren-Heinsberg mit zukunftssicherer Technologie versorgt, stellt sicherlich die Ausnahme auf der bundesdeutschen Telekommunikations-Landkarte dar. Sicherlich war das Joint Venture der accom GmbH & Co. KG und der NetCologne GmbH zur NetAachen GmbH (Gründung am 13. März 2009, rückwirkend zum 1. Januar 2009; Anm. d. Red.) maßgeblich entscheidend dafür, dass wir unsere Unternehmensziele auch langfristig anlegen konnten."

Mit Kontinuität zum Erfolg - dafür sollten in allererster Linie natürlich die Mitarbeiter eines jeden Unternehmens stehen. Johannes Bartz wollte es abschließend ganz genau wissen, ist (dann doch) ins Archiv abgetaucht, um eine Zahl ganz exakt zu recherchieren. Das Ergebnis steht für sich - sage und schreibe zwölf von insgesamt 28 Mitarbeitern, die 1998 zu den Anfängen der accom GmbH & Co. KG in der Borngasse sozusagen gescoutet und in Lohn und Brot genommen wurden, versehen auch heute noch ihren Dienst für die NetAachen GmbH: Johannes Bartz (1. Januar 1998), Andreas Schneider (1. Februar 1998), Marko Heusch (1. März 1998), Martin Christfreund (1. April 1998), Michael Gayer (1. Mai 1998), Marco Campo (1. Juni 1998), Wilfried Boms (16. Juni 1998), Mario Meder (1. Juli 1998), Guido Bongen (1. Juli 1998), Dirk Schneeweiß (1. August 1998), Jürgen Jansen (1. August 1998), Stefan Wendorff (1. August 1998)


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